Nationalsozialismus in Mosbach - Baden und Württemberg :
Rechtsextremismus und Neofaschismus : Anti-Semitismus : Anti-Ziganismus : Homophobie : Muslimfeindlichkeit : Rassismus und Diskriminierung
Verschweigen, Verleugnen, Verharmlosen von NS-Verbrechen in Mosbach-Baden:
Verschweigen, Verleugnen, Verharmlosen von Nazi-Justiz-Verbrechen sowie des historischen Versagens der deutschen Nachkriegsjustiz bei der Aufarbeitung von NS-Verbrechen in Mosbach-Baden:
Amtsgericht Mosbach Hauptstraße 110 | Anträge gegen Nationalsozialismus und |
BUNDESPRÄSIDENT STEINMEIER bekennt sich am 19.04.2023 zur deutschen Verantwortung für die NS–Verbrechen zum 80. Jahrestag des Gedenkens an den Warschauer Aufstand: „Für uns Deutsche kennt die Verantwortung vor unserer Geschichte keinen Schlussstrich. Sie bleibt uns Mahnung und Auftrag in der Gegenwart und in der Zukunft. Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass viel zu wenige andere Täter sich verantworten mussten nach dem Krieg. Ich stehe heute vor Ihnen und bitte um Vergebung für die Verbrechen, die Deutsche hier begangen haben."
"Die BUNDESREGIERUNG steht zur historischen Verantwortung Deutschlands für die im Zweiten Weltkrieg begangenen Verbrechen und setzt ihre Bemühungen um das würdige Gedenken an die Opfer des NS-Regimes weltweit fort." "Die BUNDESREGIERUNG strebt an, die vielfältige Erinnerungskultur im Land und damit insbesondere die Aufarbeitung des Nationalsozialismus zu stärken. Neben dem Gedenken an alle NS-Opfergruppen ist dabei die Aufklärung über die NS-Gewaltherrschaft und ihre historische Kontextualisierung von zentraler Bedeutung." 27.04.2023. Drucksache 20/6627. 20. Wahlperiode.
Es gibt zwei Deportationswellen aus der Mosbacher Region. 1940 werden die badischen Juden deportiert. Und 1943 die hier ansässigen und hier festgesetzten Sinti- und Roma-Familien. Ein Fahrplan dieser Deportationen von Mosbach nach Auschwitz-Birkenau ist datiert auf den 10.03.1943. Es gibt bisher keine öffentlich bekannte juristische Aufarbeitung seitens der Mosbacher Justizbehörden seit 1945 zu den direkten und beihelfenden Tatbeteiligungen an diesen Nazi-Massenmordverbrechen in Mosbach, d.h. weder am Holocaust noch am Völkermord an den Sinti und Roma. AKTUELLES: Siehe auch: Strafanzeigen vom 13.08.2022 gegen Verantwortliche der Inhaftierungen und Deportationen von Sinti und Roma aus Landkreis und Stadt Mosbach in Nazi-Konzentrationslager >>> |
Nazi-Massenhinrichtungen von polnischen Zwangsarbeitern, auch in Mosbach, wegen |
NS-Verbrechen im KZ-Komplex Mosbach-Neckarelz als Außenlager des KZ Natzweiler: |
Nazi-Judenverfolgung und Tatbeteiligungen am Holocaust in Mosbach: |
Nach Rechtsauffassung des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg,
Beschluss vom 15.12.2022 - 6 S 1420/22 -,
unterliegt der Nationalsozialismus nicht der grundrechtlich geschützten Weltanschauungsfreiheit
gemäß Art. 4 Abs. 1 GG.
Aufarbeitung von Nationalsozialismus und Rechtsextremismus beim Landtag Baden-Württemberg: ... Online-Artikel zur NS-Problematik beim Landtag Baden-Württemberg >>> |
>>>> >>> >>> NS - NEWS - TICKER ab 2022 <<< <<< <<<<
2023 - NS-Gedenkstätten Guide in BADEN-WÜRTTEMBERG: 6. vollständig überarbeitete Auflage >>>
28.02. bis 17.12.2023 - Bundesweite Gemeinschaftsausstellung: „Auftakt des Terrors - Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ mit 17 Erinnerungs- und Lernorten >>> SIEHE AUCH: KZ- und NS-Gedenkstätten >>> SIEHE AUCH: NS-Öffentlichkeitsarbeit >>>
Beim Novemberpogrom 1938 zerstörten Angehörige des Mosbacher SS-Zuges die Synagoge. Die Synagoge wurde angezündet >>>
Beim Amtsgericht Mosbach:
der Verurteilung eines 101-jährigen KZ-Wachmannes wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 3.500 Fällen steht. Siehe ... Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen
Zuständigkeit des Amtsgerichts Mosbachin NS- und Rechtsextremismus-Verfahren >>>
Strafanzeigen gegen Schändung des jüdischen Friedhofes in Mosbachbeim Amtsgericht Mosbach
>>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 10.08.22 an AG MOS) zu Strafanzeigen gegen die Zerstörung der Synagoge in Mosbachbeim Amtsgericht Mosbach
Amtsseitig offizielle Verknüpfung von Familienrechtsverfahren mit NS-Verfahrenbeim Amtsgericht Mosbach >>>
>>>
Die Internet-Präsenz
und Informationsangebot
zu regionalen Ereignissen
im Prioritäten-Fokus zu
Mosbach,
Baden und Württemberg.
LANDRATSAMT MOSBACH
DEBATTE : Der Mosbacher Landrat Wilhelm Compter, NSDAP-Mitglied seit 1933, versucht von der Nazi-Euthanasieaktion mit dem Nazi-Massenmord an Erwachsenen und Kindern aus Prestigegründen zu profitieren >>>
Der DEUTSCHE BUNDESTAG beschreibt am 26.05.2011 Rolle, Funktion, Verantwortung vom JUGENDAMT im NATIONALSOZIALISMUS wie folgt:
„Im Dritten Reich war das deutsche Jugendamt wie alle anderen staatlichen Behörden ein Instrument zur Durchsetzung nationalsozialistischer Erziehungsziele. Diesem Zweck diente auch die Eingliederung der Jugendarbeit und der Jugendpflege in den NS-Staat sowie die Ausrichtung der Wohlfahrtorganisationen an nationalsozialistischer Zielsetzungen." (Petition beim DEUTSCHEN BUNDESTAG Pet 3-17-17-2165-006620) >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 18.08.22 an AG MOS) zur
Nazi-Euthanasie in Mosbach und der NS-Kinder-Euthanasie unter Jugendamtsverantwortung >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 11.06.22 an AG MOS) zu Nazi-Massentötungen von Babys und Kindern osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen und zu Nazi-Entbindungsheimen für Ostarbeiterinnen unter Jugendamtsverantwortung >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 10.07.22 an AG MOS) zu Nazi-Sippenhaft für Kinder von NS-Widerstandskämpfern unter Jugendamtsverantwortung >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 06.08.22 an AG MOS) zu Nazi-Zwangssterilisierungen von deutsch-afrikanischen Mischlingskindern >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 01.09.22 an AG MOS) (Bundestags- und Landtagspetitionen von 2009 bis 2011) zum Nazi-Lebensborn und zum Nazi-Kinderraub unter Jugendamtsverantwortung >>>
DEBATTE : Zur Rolle und Funktion der deutschen Jugendamtsinstitution
in der Nazi-Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Nazi-Familienrechtspraxis und der Umsetzung ihres Schutzauftrages für Kinder und Jugendliche unter der Nazi-Terrorherrschaft auch mit gerichtlich angefragten Stellungnahmen beim Jugendamt Neckar-Odenwaldkreis am Landratsamt Mosbach >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 29.06.22 an AG MOS) zu NS-Jugendkonzentrationslagern und Kindern in Nazi-KZs unter Jugendamtsverantwortung >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 06.08.22 an AG MOS) zu Schändungen der Erinnerung an die ermordeten Kinder auf der Blutstraße nach Auschwitz beim KZ Buchenwald >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen zu Schändungen des KZ Dachau >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen zu Schändungen des KZ Jamitz-Lieberose (Außenlager KZ Sachsenhausen) >>>
Schicksal der "Knochenmänner": Die Straflager Dachau, Danzig-Matzkau und Mosbach für veruteilte SS- und Polizeiangehörige
Nazi-Konzentrationslager
im Regierungsbezirk Mosbach, Baden und Württemberg >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen zu
Nazi-KZ-Überlebende >>>
Die pädagogische Mobilmachung: Schule in Baden im Zeichen des Nationalsozialismus
Mosbach im 3. Reich: eine Dokumentation zur Stadtgeschichte
Balduin Herter, Mosbach (Baden-Württemberg, Germany)
Grosse Kreisstadt Mosbach, 1993
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 06.08.22 an AG MOS) zu Schändungen von NS-Gedenkstätten >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen zu Nazi-Konzentrationslagern >>>
Außergerichtliche
Aufarbeitungsbemühungen
von 2005 bis 2011
zu NS-Unrecht
und NS-Verbrechen des Antragstellers
beim Amtsgericht Mosbach
>>>
Gerichtliche
Aufarbeitungsbemühungen
von 2004 bis 2010
zu NS-Unrecht
und NS-Verbrechen des Antragstellers
beim Amtsgericht Mosbach
>>>
Offener Brief #001 an das
Landratsamt Mosbach >>>
Nazi-Vergangenheitsbewältigung
und Nazi-Kontinuität
in Baden und Württemberg >>>
NS-Justiz in Mosbach >>>
NSDAP Mosbach >>>
Historisches: Judenverfolgung
in Mosbach >>>
Aktuelles: Judenverfolgung
in Mosbach >>>
Nazi-Funktionseliten
nach 1945 >>>
Diskriminierungen
durch das Jugendamt Neckar-Odenwaldkreis
in Buchen und Mosbach
beim Landratsamt Mosbach >>>
DIASCHAU zu den vergessenen NS-Opfern afrikanischer Herkunft >>>
DIASCHAU zur Nazi-Kinder-Euthanasie >>>
DIASCHAU zum Hitler-Putsch-Urteil >>>
Der falsche Todestermin wird mitgeteilt am 08.10.1940 durch das Amtsgericht Mosbach zur amtsseitigen Vertuschung des Nazi-Euthanasie Mordes an Gida Falkenstein aus der Erziehungs- und Pflegeanstalt für Geistesschwache in Mosbach als eine juristisch-verwaltungstechnische Umsetzungsmaßnahme des Führerbefehls zum Gnadentod seitens der Nazi-Justiz in Mosbach - Baden.
EINERSEITS: Historisch nachgewiesen ist, dass Gida Falkenstein am 17.09.1940 in die Vernichtungsanstalt Grafeneck überführt und nach ihrer Ankunft unmittelbar vergast wurde !!!
ANDERERSEITS: Das Amtsgericht Mosbach aber datiert hier aus Vertuschungsgründen das angebliche Todesdatum auf den 04.10.1940 !!! Siehe dazu auch Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 09.06.22 an AG MOS) zum Widerstand des Amtsrichters Lothar Kreyssig gegen die NS-Euthanasie >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen zu den historischen und aktuellen NS-Prozessen des 21. Jahrhunderts >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 12.07.22 an AG MOS) zu Symbolpolitisches Verbot von nationalsozialistischer Erziehung und von nationalsozialistischen Bildungseinrichtungen >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 11.07.22 an AG MOS) zu Symbolpolitischer posthumer Aberkennung der Promotion in den Rechtswissenschaften
von Nazi-Blutrichter Karl Roland Freisler >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen zur Nazi-Jagd >>>
Mit seinen Verfügungen vom 17.08.2022 unter 6F 202/21 und 6F 9/22 thematisiert das Amtsgericht Mosbach in den anhängigen Verfahren Nazi-Beleidigungen und -Vergleiche >>>
Nazi-Beleidigungen und -Vergleiche in der Nazi-Jäger-Anwendung beim Amtsgericht Mosbach >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen zu Beleidungen von Richtern >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen zu Nazi-Beleidigungen und Nazi-Vergleichen in der juristischen und politischen Auseinandersetzung >>>
Fundstücke: Die Wahrnehmung der NS-Verbrechen und ihrer Opfer im Wandel
Täter Helfer Trittbrettfahrer, Bd. 8: NS-Belastete aus dem Norden des heutigen Baden-Württemberg
Täter Helfer Trittbrettfahrer, Bd. 9: NS-Belastete aus dem Süden des heutigen Baden-Württemberg
Täter Helfer Trittbrettfahrer, Bd. 7: NS-Belastete aus Nordbaden+Nordschwarzwald
Rechtsprechung zur Veröffentlichung von Gerichtsdokumenten und Gerichtsbeschlüssen >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 01.09.22 an AG MOS) (Bundestags- und Landtagspetitionen von 2009 bis 2011) zu
polnischen Reparationsforderungen >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen zu
griechischen Reparationsforderungen >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 03.09.22 an AG MOS) zu
Nazi-Kunstraub auch in Baden-Württemberg >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Anträge vom 06.08. und 01.09.2022 an AG MOS) (Bundestags- und Landtagspetitionen von 2009 bis 2011) zu Entschädigungen für NS-Verfolgte und NS-Opfer >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen zu Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen zu ausländer- und fremdenfeindlichen Übergriffen >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Antrag vom 03.06.22 an AG MOS) zum Hitler-Putsch-Prozess und der beantragten symbolpolitischen posthumen juristischen Ausweisung aus Deutschland >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Anträge vom 03. und 05.06.22 an AG MOS) zur Kontinuität von rechtsextremistisch orientierten Umsturz- und Putschversuchen seit dem Hitler-Putsch in 1924 >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen (Anträge vom 13.08. und 13.09.22 an AG MOS) zu Gestapo und NS-Polizei in Mosbach >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen zur Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Nationalsozialismus >>>
Vom Amtsgericht Mosbach beauftragte Sachverständige und Gutachter aus Kitzingen zur Bildungsarbeit über den Nationalsozialismus >>>
Heimerziehung nach 1945 mit institutionellen und personellen Kontinuitäten >>>
Beispiele von historischem NS- Widerstand in Baden und in Württemberg >>>
EUTHANASIE-GEDENKTAG 2023
27.01.2023, 10:00 - 11:00 Uhr
Am Freitag, 27. Januar 2023 findet der nationale Gedenktag an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft statt. Das Klinikum am Weissenhof gedenkt der Opfer unter Beteiligung von Minister Manfred Lucha, MdL.
Die Zeit des Dritten Reiches bedeutete für die damalige Heilanstalt Weinsberg den tiefsten Einschnitt in ihrer Geschichte. Am 18. Januar 1940, begann im Rahmen des Euthanasieprogramms unter dem Decknamen T 4 das systematische Morden in Grafeneck. Es war der Auftakt zu einem unvorstellbaren Verbrechen. Unheilbar psychisch Kranke waren die ersten Opfer eines systematischen, von langer Hand vorbereiteten Ausrottungsplans, der sich später auch gegen andere vom NS-Regime als vermeintlich minderwertige eingestufte Menschengruppen ausweitete.
Nach der offiziellen „Einstellung“ der Euthanasie im Jahr 1941 ging das das Morden jedoch unauffällig weiter: Man ließ die Patient*innen einfach verhungern oder verweigerte ihnen jede medizinische Versorgung. Der Euthanasie fielen insgesamt etwa 300.000 Menschen zum Opfer, 10.654 Menschen waren es allein im württembergischen Grafeneck. Darunter waren auch 908 Patient*innen aus der Heilanstalt Weinsberg, die in den „Grauen Bussen“ nach Grafeneck gebracht worden. Heute erinnern ein Gedenkstein und ein Mahnmal im Klinikum am Weissenhof an Patient*innen, die diesem Verbrechen zum Opfer fielen.
Lange Zeit nach dem Kriege blieb die Erinnerung an die Euthanasie verschüttet oder, wahrscheinlich richtiger, sie wurde verdrängt. Die Bevölkerung war mit dem Wiederaufbau und der Organisation des neuen Lebens beschäftigt, die Täter*innen hatten naturgemäß kein Interesse an einer Aufklärung. Nur wenige wurden zur Rechenschaft gezogen. Erst in den 1980er Jahren wurde langsam begonnen, die Vergangenheit aus der NS-Zeit aufzuarbeiten. Der nationale Gedenktag im Jahr 1996 wurde vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt.
Dieses dunkle Kapitel der Zeitgeschichte bewegt die Zentren für Psychiatrie bis heute. Wichtig ist, dass neben den Mitarbeiter*innen der Kliniken alle Bevölkerungsgruppen wach und sensibel bleiben und sich auf Dauer mahnend zu erinnern, damit sich solche Ereignisse nie mehr wiederholen können.
Das Klinikum am Weissenhof erinnert in diesem Jahr mit der zentralen Gedenkfeier der Zentren für Psychiatrie mit einer Veranstaltung mit geladenen Gästen unter Beteiligung von Manfred Lucha, Minister für Gesundheit, Soziales und Integration Baden-Württemberg, an die Opfer des Nationalsozialismus. Programmbeiträge sind ein Vortrag von Thomas Stöckle, Leiter der Gedenkstätte Grafeneck zum Thema "Grafeneck 1940 – Geschichte und Erinnerung" sowie ein filmisches Projekt von Auszubildenden der Pflegefachschule am Weissenhof. Musikalisch umrahmt wird die Gedenkfeier vom Pianisten Christoph Soldan. Eine Gang zum Gedenkstein mit einem Beitrag der Klinikseelsorge schließt das Programm am diesjährigen Gedenktag ab.
https://www.klinikum-weissenhof.de/
ZENTRALE STELLE DER LANDESJUSTIZVERWALTUNGEN
ZUR AUFKLÄRUNG NATIONALSOZIALISTISCHER VERBRECHEN
Stellenausschreibungen
Wir suchen ab 1. Januar 2023 sowie ab 1. Juni 2023 jeweils (m/w/d)
eine Staatsanwältin / einen Staatsanwalt,
eine Richterin / einen Richter oder
eine Polizeibeamtin / einen Polizeibeamten (gehobener Dienst)
als Dezernentin / Dezernenten bei der Zentralen Stelle.
Unsere Aufgabe besteht darin, das gesamt erreichbare Material über nationalsozialistische Verbrechen im In- und Ausland zu sammeln, zu sichten und auszuwerten. Hauptziel ist es, nach Ort, Zeit und Täterkreis begrenzte Tatkomplexe herauszuarbeiten und festzustellen, welche daran beteiligten Personen noch strafrechtlich verfolgt werden können. Zur Bewältigung unserer Aufgabe ordnen die Länder Richterinnen / Richter und Staatsanwältinnen / Staatsanwälte für zumeist zwei Jahre nach Ludwigsburg ab. Für die Stelle kommt gleichermaßen eine Polizeibeamtin / ein Polizeibeamter des gehobenen Dienstes in Betracht.
Ihre Fragen beantworten wir gerne unter (07141) 49 87 70. Die Interessenbekundung und Bewerbung hat dann auf dem Dienstweg zu erfolgen. Wir freuen uns auf das Telefonat mit Ihnen!
https://zentrale-stelle-ludwigsburg.justiz-bw.de/pb/
Hausanschrift: Schorndorfer Str. 58, 71638 Ludwigsburg
Buslinien: 425, 426, 431, 433 - Haltestelle "Schorndorfer Tor (Zentrale Stelle)"
422 - Haltestelle "Klinikum"
Telefon: +49 - 7141 - 49 87 70
Fax: +49 - 7141 - 49 87 73
Postanschrift: Postfach 11 44, 71611 Ludwigsburg
E-Mail-Adresse: poststelle@zst.justiz.bwl.de
Internetseite: www.zentrale-stelle.de
https://zentrale-stelle-ludwigsburg.justiz-bw.de/
Ausblick
Anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Zentralen Stelle teilte der baden-württembergische Justizminister im Dezember 2018 mit, dass eine Einschränkung der Ermittlungstätigkeit oder gar eine Auflösung der Zentralen Stelle "derzeit und in naher Zukunft nicht zur Diskussion" stünden.
Das Landgericht Lüneburg hat im Juli 2015 Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord in 300000 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt, ohne dass ihm über seine Dienstverrichtung hinaus eine direkte Beteiligung an Tötungshandlungen nachgewiesen werden konnte. Der Bundesgerichtshof hat mit Beschluss vom 20. September 2016 (3 StR 49/16) die damit rechtskräftig gewordene Verurteilung bestätigt: Der frühere SS-Wachmann im Konzentrationslager Auschwitz habe sowohl durch seinen Dienst an der sog. Rampe als auch durch seine allgemeine Dienstausübung als Teil der "Tötungsmaschinerie" das Vernichtungsprogramm unterstützt.
Im Juni 2016 wurde ein weiterer Wachmann des Konzentrationslagers Auschwitz durch das Landgericht Detmold wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170000 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Der Verurteilte ist während des laufenden Revisionsverfahrens verstorben. Im Juli 2020 verurteilte das Landgericht Hamburg einen Wachmann des Konzentrationslagers Stutthof rechtskräftig wegen Beihilfe zum Mord in 5232 Fällen und wegen Beihilfe zu einem versuchten Mord zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung und zuletzt wurde ein ehemaliger Wachmann des Konzentrationslagers Sachsenhausen am 28. Juni 2022 wegen Beihilfe zum Mord an mehr als 3500 Häftlingen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt; das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
In Itzehoe steht darüber hinaus eine ehemalige Stenotypistin der Lagerkommandantur des Konzentrationslagers Stutthof wegen Beihilfe zum Mord in einer Vielzahl von Fällen seit Ende September 2021 vor Gericht.
Die Überprüfungen der Zentralen Stelle zu Personal in den Konzentrationslagern sind noch nicht abgeschlossen. Darüber hinaus richtet sich der Fokus nun auch auf das Tötungsgeschehen in Kriegsgefangenenlagern und wird eine Übertragbarkeit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs auf ehemalige Angehörige der Einsatzgruppen geprüft, die als mobile Kommandos der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes nach dem Einmarsch deutscher Truppen vor allem in der Sowjetunion planmäßige Massaker verübt haben.
Mit Blick auf die Zukunft waren die Justizministerinnen und Justizminister im Juni 2015 der Auffassung, dass die Zentrale Stelle und der Standort Ludwigsburg nach Ende der Ermittlungstätigkeit auch bei geänderter Nutzungskonzeption als Ort des Gedenkens, der Mahnung, der Aufklärung und der Forschung aufrecht erhalten bleiben sollen - etwa in Form eines Dokumentations-, Forschungs- und Informationszentrums.
https://zentrale-stelle-ludwigsburg.justiz-bw.de/
Beschluss der Justizministerkonferenz vom 17./18. Juni 2015 >>>
Universität Stuttgart, Historisches Institut
Forschungsstelle Ludwigsburg
Die Forschungsstelle Ludwigsburg erforscht die NS - Verbrechensgeschichte, wobei sie den Hauptakzent auf die kulturellen Antriebskräfte der Täter legt.
Fotos aus Sobibor
Die Niemann-Sammlung zu Holocaust und Nationalsozialismus
Herausgegeben vom Bildungswerk Stanisław Hantz e. V. und der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart
Metropol Verlag, Berlin
Autoren und Autorinnen: Martin Cüppers / Annett Gerhard / Anne Lepper u.a.
Einige nationalsozialistische Verbrechen haben bis heute keinen angemessenen Platz in der gesellschaftlichen Erinnerung gefunden. Hierzu zählt die als „Aktion Reinhard“ bezeichnete Ermordung von etwa 1,8 Millionen überwiegend polnischen Jüdinnen und Juden insbesondere in den Todeslagern Sobibor, Belzec und Treblinka. Grund dafür ist neben der geringen Zahl von Überlebenden und einer erfolgreichen Spurenbeseitigung durch die Täter auch das weitgehende Fehlen bildlicher Überlieferung zu diesem Kapitel der NS-Massenverbrechen. Eine neu entdeckte Fotosammlung mit mehr als 360 Bildern aus dem Besitz eines wichtigen früheren Sobibor-Täters erlaubt nun bisher völlig unbekannte Einblicke in verschiedene Tatorte der „Aktion Reinhard“ im deutsch besetzten Polen und der zuvor begangenen Krankenmorde der sogenannten „Euthanasie“.
In einem Kooperationsprojekt der Forschungsstelle Ludwigsburg und des Bildungswerk Stanisław Hantz e.V. wurde die Kollektion in jahrelanger Arbeit wissenschaftlich ausgewertet. Die Ergebnisse wurden im Buch erstmals öffentlich präsentiert.
Erscheinungsjahr: 2020
382 Seiten
Inhaltsverzeichnis des Buches
Medienberichte zur Buchveröffentlichung
ttt – titel thesen temperamente, 2. Februar 2020
https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/
SWR2-Interview, Journal am Mittag, 28. Januar 2020
https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/
Der Tagesspiegel, 28. Januar 2020
https://www.tagesspiegel.de/wissen/
Der externe Link zur Verlagsseite lautet:
http://metropol-verlag.de/produkt/fotos-aus-sobibor/
Einige der Niemann-Fotos und vertiefende Informationen zum Buch und dem Forschungsprojekt finden Sie unter Publikationen.
Über die Forschungsstelle Ludwigsburg
Eine neue Forschungsstelle der Universität Stuttgart hat Anfang April 2001 die Arbeit aufgenommen. Diese in der Ludwigsburger Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung von NS-Verbrechen angesiedelte Einrichtung ist dem Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Universität Stuttgart zugeordnet. Die 1958 eingerichtete Zentrale Stelle besitzt die weltweit wohl umfangreichste Aktensammlung zur Unrechtsgeschichte des Dritten Reiches. Ihre Akten wurden im April 2000 größtenteils vom Bundesarchiv übernommen. Neben die juristische Ermittlungsarbeit tritt in jüngerer Zeit zunehmend die wissenschaftliche Aufarbeitung der dort lagernden umfangreichen Materialien. Diesem Zweck dient die neue Forschungseinrichtung der Universität Stuttgart.
Die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung von NS-Verbrechen wurde Ende 1958 durch die Justizminister und -senatoren der Bundesrepublik gegründet. Anlaß dazu bildete der sogenannte Ulmer Einsatzgruppen-Prozeß gegen Gestapo-, SD- und Polizeiangehörige wegen Beteiligung an Erschießungen von insbesondere Juden im litauisch-deutschen Grenzgebiet nach Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion. Durch Urteil des Schwurgerichts Ulm waren im Sommer 1958 sämtliche Angeklagte zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt worden. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, daß alliierte und deutsche Ermittlungsbehörden und Gerichte bis dahin nur einen Teil der Verbrechen der NS-Diktatur überhaupt abgehandelt hatten und eine systematische Aufklärung noch nicht erfolgt war.
Zunächst war die Zentrale Stelle nur für NS-Gewaltverbrechen zuständig, deren Tatorte außerhalb des Gebiets der damaligen Bundesrepublik Deutschland lagen. Zudem war die Zuständigkeit auf NS-Gewaltverbrechen an Zivilpersonen beschränkt, die außerhalb der eigentlichen Kriegshandlungen begangen worden waren. 1964/1965 kamen zur Aufklärungsaufgabe die Taten im Gebiet der Bundesrepublik (einschließlich der obersten Reichs- und Parteistellen) sowie unter Durchbrechung der ursprünglichen Beschränkung bestimmte Verbrechen an Kriegsgefangenen - also Kombattanten - hinzu. Da nach den Verjährungsdebatten durch Gesetzesänderung Mord und Beihilfe zum Mord nicht mehr verjähren, arbeitet die Zentrale Stelle weiter bis zum heutigen Tage. Ein Ende der Tätigkeit ist jedoch absehbar. Sie soll bis dahin wie bisher durch systematische Recherchen aufklären und Tatkomplexe bilden. Nach Abschluß ihrer Vorermittlungen gibt sie diese, soweit sinnvoll, zur Weiterbehandlung an die zuständigen Staatsanwaltschaften ab. Sie hat die Arbeit der Staatsanwaltschaften und Polizei darüber hinaus weiter zu unterstützen. Die Staatsanwaltschaften sind zugleich wie bisher grundsätzlich gehalten, der Zentralen Stelle wesentliche Erkenntnisse ihrer Ermittlungstätigkeit bzw. deren justizielle Endergebnisse (Verfahrenseinstellung oder Verurteilung) zur Verfügung zu stellen.
Zu den wichtigsten durch die Zentrale Stelle untersuchten Tatkomplexen gehören neben den Verbrechen der Einsatzgruppen bzw. -kommandos der Sicherheitspolizei und des SD in den von Deutschland besetzten Gebieten die Verbrechen in allen Arten von Lagern, insbesondere auch in den Massenvernichtungslagern für Juden im Osten (Auschwitz, Majdanek, Kulmhof, Belzec, Treblinka und Sobibor), die NS-"Euthanasie", Menschenversuche, systematische Verbrechen an Kriegsgefangenen (Kommissarerlaß), die Beteiligung von Polizei-, SS-Formationen und auch Wehrmachtseinheiten an Massenmordaktionen sowie die Rolle höchster Staats- und Parteistellen und deren Mitarbeiter bei der Planung und Durchführung der NS-Gewaltverbrechen. Es finden sich aber beispielsweise auch Vorgänge zum "Röhm-Putsch", der "Reichskristallnacht", den einzelnen Exekutionen von Fremdarbeitern ("Sonderbehandlungen") durch die Gestapo oder auch zu den Verbrechen der Kriegsendphase in Ludwigsburg.
In über vierzig Jahren ist in Ludwigsburg eine wohl einmalige Sammlung von Unterlagen (Akten, Dokumentensammlung, Karteien) entstanden. Nirgends sonst ist die Tätigkeit der deutschen Justiz im Zusammenhang mit den NS-Verbrechen und die Gesamtheit der NS-Verbrechen selbst besser dokumentiert. Praktisch zu allen Tatkomplexen und -orten lassen sich hier Hinweise finden. In Auszügen (Kopien und Mikrofilmen) befindet sich hier zudem Archivmaterial aus dem In- und Ausland, besonders auch aus osteuropäischen Archiven. Sowohl Akten als auch Dokumente sind großenteils über Karteien und andere Hilfsmittel erschlossen. Diese einzigartige Dokumentation ist seit April 2000 größtenteils an das Bundesarchiv, Außenstelle Ludwigsburg, übergegangen.
Diese Außenstelle soll die Unterlagen der Zentralen Stelle zur Verfügung halten, sie sichern und sie der historischen Forschung und anderen berechtigten Interessenten zur Verfügung stellen. In diesem Zusammenhang konnte mit dem Bundesarchiv die Errichtung der Forschungsstelle der Universität Stuttgart zur NS-Geschichte in Ludwigsburg vereinbart werden.
https://www.hi.uni-stuttgart.de/ng/forschung/ludwigsburg/
YouTube-Videos
Wie wir Krieg und NS-Herrschaft erlebten | SWR Geschichte des Südwestens
Kreuz in Bedrängnis. Die Evangelische Landeskirche in Baden im Nationalsozialismus
Podcast: Die Verfolgung der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus in Baden-Württemberg
Gedenkstätten in Baden-Württemberg 2021: Geschichte und Erinnerung vor Ort erleben
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